Warum Anfänger im Trading Geld verlieren

In diesem Beitrag möchte ich kurz darauf eingehen, warum Anfänger im Trading garantiert Geld verlieren.

Trading ist einfach, wenn man die Einstiegsbarrieren betrachtet:

Ein Internetzugang, ein Broker, etwas Einstiegskapital, vielleicht noch ein Chartprogramm und schon geht es los.
Ihr tretet jetzt gegen die besten Trader der Welt an.
Es ist nicht wie im Sport, wo verschiedene Turniere oder Ligen  gewonnen werden müssen, bis man in der Spitzengruppe angekommen ist und dadurch auch immer wieder ein Feedback zum Leistungsstand gegeben wird.

Um es nochmal etwas plastischer auszudrücken:
Ihr kauft euch einen Tennisschläger, Tennisschuhe, nehmt 10.000 Euro und spielt direkt gegen Roger Federer um diese 10.000 Euro.
Ergebnis: Ihr habt keine Chance, das Geld ist weg.

Bei diesem Tennisbeispiel werden die meisten Menschen den Kopf schütteln und sagen: „Das Risiko würde doch niemand eingehen.“
Beim Trading hingegen werden die 10.000 Euro in den Markt getragen und kaum jemand denkt über das Risiko nach.

Warum ist das so?

Wer beim Tennis gegen den gleichen Gegner 5 Mal in Folge 0-6 0-6 verloren hat, der weiss, dass er mit seiner derzeitigen Spielqualität keine Chance hat.
„Der Markt“ bietet keinen direkten Gegner zum Vergleich.
Er ist eine anonyme Masse von Marktteilnehmern und zahlt vereinfacht gesagt Gewinne aus oder behält eingesetztes Kapital ein.
Da es keinen direkten Gegner gibt, hängt der Erfolg oder das Ausbleiben des Erfolgs alleine vom Trader ab.

Ich führe das mal anhand des Tennisbeispiels weiter:
Dazu muss man sich einen Tennisplatz vorstellen, bei dem wir auf der einen Seite stehen, die andere Seite ist leer.
Unsere Aufgabe ist nun den Ball „mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit in einen festgelegten Zielbereich in den Ecken des Platzes“ zu spielen.
Treffen wir diesen Bereich sauber, so die Idee, würden wir gegen die Masse der gegnerischen Spieler den Punkt machen. Treffen wir den Bereich nicht oder mit der falschen Geschwindigkeit, würden wir den Punkt gegen die Masse der gegnerischen Spieler verlieren.

In dieser Spielart wäre es wie beim Trading, nur wir selber sind für Erfolg und Misserfolg verantwortlich.
Die Technik entscheidet über das Treffen des Zielkorridors und darüber wie oft der Ziekorridor getroffen wird.
Die psychische Verfassung entscheidet, ab welcher Fehlerquote wir nervös werden oder wann wir den Schläger entnervt endültig in die Ecke werfen.
Und selbst bei sauberer Ausführung der Schläge kommen noch Einflüsse von Wind und Wetter hinzu, auf die wir direkt keinen Einfluß haben, die das Ergebnis aber maßgeblich beeinflussen.

Zurück zum Trading:

Wie im Beispiel des Tennisspielers ohne Gegner muss der Trader jeden Trade technisch möglichst perfekt ausführen, um Gewinne zu erzielen und genau hier kommen wir zum Problem des Anfängers im Trading.
Er weiss nichts über die Technik, er kennt kein Setup, er kennt kein Risiko- und Moneymanagement.
Er weiss nicht welche Märkte oder Aktien er traden soll.
Der Anfänger im Trading muss bereit sein zu lernen, eine Menge zu lernen.

Ein erster Schritt zum erfolgreichen Trader

Ein erster Schritt ist, möglichst viele Bücher über das Trading zu lesen und sich dazu Notizen zu machen, ohne selber in den Märkten aktiv zu werden. Es geht darum verschiedene Sichtweisen über das Trading kennenzulernen und sich Gedanken darüber zu machen, warum sich einige Sichtweisen widersprechen und wo es immer wieder gemeinsame „Regeln“ zu geben scheint.

Es wird je nach Neugier, Intensität und der Gewschindigkeit Wissen aufzunehmen Jahre dauern, bis aus einem Anfänger ein guter Trader wird und leider gibt es für das Erreichen dieses Ziels keine Garantie.

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